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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 07.12.2011
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DekaBank Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2012/2013

"Europa steht bei der Bewältigung der Schuldenkrise erst am Anfang, eine schnelle Lösung gibt es nicht", sagt Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, bei der Präsentation des Konjunktur- und Kapitalmarktausblicks 2012/2013. Die Politik der kleinen Schritte werde daher weitergehen. Kater geht davon aus, dass sich die prekäre Situation bei der Finanzierung europäischer Staatsanleihen 2012 zwar stabilisiert, einen durchgreifenden Vertrauensaufbau für die Währungsunion erwartet er allerdings noch nicht. "Die Lösung der Schuldenkrise liegt nicht in immer neuen Kreditprogrammen, sondern in den betroffenen Ländern selbst." Das werde den Mitgliedsländern der Währungsunion mehr und mehr bewusst und sei das richtige Signal an die Kapitalmärkte.

Der Euro bleibt

"Das Auseinanderbrechen der Währungsunion ist zwar ein gruselig-schauriges Diskussionsthema, hat aber wenig Bezug zur Wirklichkeit", ist Kater überzeugt. Die internationalen Kapitalmärkte unterschätzten den politischen Willen der Europäer, die Währungsunion zu erhalten. "Wir werden 2012 eine schnelle Änderung der vertraglichen Grundlagen der Währungsunion sehen, gefolgt von Instrumenten, die auch die Finanzierung schwächerer Eurostaaten sicherstellen sollen." Die Europäische Zentralbank (EZB) werde bei diesen Finanzierungsstrategien keine tragende Rolle spielen, trotzdem sollten ihre Bestände an Staatsanleihen bis Ende nächsten Jahres auf rund 500 Mrd. Euro ansteigen. Die westlichen Industrieländer leiden unter ihrer Verschuldung, die aufstrebenden Volkswirtschaften unter einer geldpolitisch bedingten Abkühlung: Alles zusammen führt die Weltwirtschaft an den Rand einer Rezession. Für 2012 und 2013 prognostizieren die Volkswirte der DekaBank ein schwaches Weltwirtschaftswachstum von 3,2 Prozent beziehungsweise 3,8 Prozent.

Euroland: Reformen und Konsolidierung

In Euroland dürfte die Rezession bereits im 4. Quartal 2011 eingesetzt haben. "Die unterschiedliche Konjunkturentwicklung in Nordeuropa einerseits und Südeuropa andererseits wird sich nicht nur im Prognosezeitraum zeigen, sondern auch in den kommenden Jahren", so Kater. Das Wachstum in den hoch verschuldeten Ländern in Südeuropa werde deutlich unter dem der nördlichen Länder liegen. Insgesamt prognostiziert Kater 2012 für Euroland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent und 2013 lediglich ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,1 Prozent. "Reformieren und Konsolidieren ist das Gebot der Stunde, um die Krise bewältigen zu können."

Deutschland: Hoffnungsträger für Europa

Die Schuldenkrise und gesunkene Exportperspektiven sorgen auch in Deutschland für zurückhaltende Investitionspläne bei den Unternehmen. "Für den Konsum stehen die Chancen jedoch weiterhin nicht schlecht und auch die Arbeitslosigkeit wird in den nächsten zwei Jahren weitgehend stabil bleiben", prognostiziert Kater. Deutschland habe viele Jahre harter Reformarbeit hinter sich, die sich nun auszahlten. "Seit 2005 ist die deutsche Volkswirtschaft nicht nur in erhöhtem Tempo gewachsen, sondern auch schneller als der Rest der Eurozone". Zudem profitiere Deutschland von niedrigen Zinsen. Der Blick in die Details zeige, dass Deutschland auch im neuen Krisenjahr 2012 in der Euro-Wachstumsliga mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 0,1 Prozent ganz oben mitspielen werde. 2013 sollte der Anstieg mit 1,6 Prozent noch stärker ausfallen.

Niedrige Zinsen und schwankende Märkte

Kein wirtschaftlicher oder finanzmarkttechnischer Indikator zeigt gegenwärtig einen Anstieg der Inflationsraten an. "Einen Anstieg der Kerninflation schließen wir daher in den nächsten zwei Jahren aus", so Kater.  Angesichts der bescheidenen Konjunkturaussichten für Euroland müsse man vielmehr die Gefahr einer Deflation im Auge behalten. Die DekaBank-Volkswirte erwarten 2012 eine nachlassende Inflationsrate von 2 Prozent in Euroland und erst 2013 steigende Raten. "Auch hier sollte sich die zunehmende Divergenz im Euroraum zeigen. Wir erwarten rückläufige Raten in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal sowie Raten um 2 Prozent in Deutschland", so der Chefvolkswirt.

Mit Blick auf die EZB erwarten die DekaBank-Volkswirte keinen weiteren Ausstiegsversuch aus der ultra-expansiven Geldpolitik in den kommenden zwei Jahren. Sie rechnen zunächst mit einem weiteren Zinsschritt auf 1 Prozent beim Refinanzierungssatz. Sollte sich die Konjunktur noch stärker eintrüben, werde die EZB den Leitzins auch auf 0,5 Prozent zurücknehmen. "Für den Sparer in Deutschland werden Investitionen in sichere Anlagen nach Abzug von Steuern und Inflationsrate in diesem Zinsumfeld ein negatives Ergebnis erzielen, das so investierte Vermögen wird also schleichend entwertet", erklärt Kater. Damit blieben Aktien mit der Dividendenrendite weiterhin den Anleihen überlegen. Die stärkeren Marktschwankungen, die auch in Zukunft zu erwarten seien, führten jedoch dazu, dass ehemals relevante Vergleichsmaßstäbe weniger aussagekräftig würden. Kater: "Der viel zitierte 10-Jahresvergleich gibt heute nicht mehr viel her. Das Rezept "kaufen und halten" wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt, zugunsten von Gewinnmitnahmen und Wiedereinstieg oder Garantiestrategien."

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Anmerkung:

Die ausführlichen Prognosen und Einschätzungen des Makro Research zu den Konjunktur- und Kapitalmärkten 2012/2013 stehen auf www.dekabank.de/presse zum Download bereit.




Herr Dr. Rolf Kiefer

Tel.: 069/71 47-79 18
Fax:
E-Mail: rolf.kiefer@deka.de


Frau Miriam Breh

Tel.: 069/7147 - 5286
Fax:
E-Mail: miriam.breh@deka.de

DekaBank Deutsche Girozentrale
Mainzer Landstr. 16
60325 Frankfurt/M.
www.dekabank.de

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