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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 27.01.2010
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Global Risks 2010: Report warnt vor langem Schatten der Krise

- Risikobericht identifiziert 36 weltweite Risiken - Verschuldung der Industrienationen ohne tiefgreifende Reformen nicht zu bewältigen - „Risks Interconnection Map“ zeigt Vernetzung der Risiken untereinander

In Verbindung mit der steigenden Arbeitslosigkeit ist die erdrückende Schuldenlast der Industrienationen zu einem zentralen globalen Risiko geworden, das die weltwirtschaftliche Entwicklung gefährden könnte. Dies zeigt der jährlich erscheinende Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums. Daneben gehören ungenügende Infrastrukturinvestitionen und die Zunahme von Zivilisa­tionskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden und Diabetes zu den langfristig größten Gefahren. Der Report benennt darüber hinaus zahlreiche weitere zentrale Risiken mit weltweit hohen ökonomischen und sozialen Kostenpotenzialen, beispielsweise die grenzüberschreitende Kriminalität und Korruption, den Rückgang der biologischen Vielfalt oder die zunehmende Verwundbarkeit gegenüber einem Ausfall der IT-Infrastruktur.

Die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Art und Zahl der globalen Risiken nur geringfügig verändert. Allerdings wurde die Fähigkeit der Industrieländer, auf künftige Krisen reagieren zu können, stark geschwächt: Haushalte, Wirtschaft und Regierungen verfügen meist über keine finanziellen Reserven mehr, um auf weitere globale Probleme oder Katastrophen angemessen reagieren zu können. Der Vorjahresreport beschäftigte sich vornehmlich mit den direkten Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und benannte als die vier Hauptrisiken das zu erwartende Minus in den Staatshaushalten, eine Wachstumsabschwächung in China, einen weiteren Verfall der Vermögenswerte und eine weltweite Deflation. „Diese Risiken bestehen auch weiterhin und die daraus resultierenden Gefahren sind unverändert“, sagt Sven A. Kado, Chairman von MMC Deutschland, beim Jahrestreffen in Davos. „Global Risks 2010 blickt jedoch über die momentan noch andauernde Krise hinaus.“ Der diesjährige Report  identifiziert insgesamt 36 globale und miteinander vernetzte Risiken, von denen drei eine besonders hohe Eintrittswahrscheinlichkeit mit besonders großen ökonomischen Auswirkungen verbinden:

Öffentliche Schuldenlast und Arbeitslosigkeit

Als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Regierungen der Industrieländer ihre Ausgaben drastisch erhöht. Viele Staaten laufen derzeit Gefahr, sich zu überschulden, was wiederum den Druck auf die Zinsen erhöht. Die Autoren der Studie sind überzeugt, dass die Kombination aus hohen Zinszahlungen aufgrund steigender Staatsschulden und hohen Sozialausgaben wegen steigender Arbeitslosigkeit die Industrieländer strukturell überfordert. In der Regel könne dieses Defizit nicht durch Tilgung und Wirtschaftswachstum alleine wieder abgebaut werden, vielmehr seien erhebliche Reformen in den fortgeschrittenen Gesellschaften notwendig.

Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird das durchschnittliche Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) von 78 Prozent im Jahr 2007 auf 118 Prozent im Jahr 2014 steigen. Nach Ansicht der Autoren der Studie ist jedoch eine Verschuldung von über   100 Prozent des BIP dauerhaft nicht aufrechtzuerhalten, ohne irgendwann unter der Schuldenlast zusammenzubrechen. Dubai und Griechenland seien hier nur die Vorläufer. Spätestens ab einem Verschuldungsgrad von 90 Prozent sei zudem mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums gegenüber den Normalerwartungen zu rechnen.

Mangelnde Infrastrukturinvestitionen

Weltweit belegen zahlreiche Studien, dass große Bereiche der Wasser-, Energie- und Transportinfrastruktur defizitär oder überlastet sind. Der IWF schätzt, dass bis 2020 Investitionen in Höhe von 35 Billionen US-Dollar für Infrastruktur benötigt werden. Diese Schätzungen beinhalten einerseits die Aufrechterhaltung und Erneuerung existierender Infrastrukturen in den Industrieländern – davon alleine 2,2 Billionen US-Dollar in den USA – und andererseits die für weiteres Wachstum erforderlichen Einrichtungen in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

Defizitäre Budgets in den Industrieländern und knappe Haushalte in den Schwellen- und Entwicklungsländern bedrohen diese essenziellen Investitionen. Ohne eine verstärkte Einbeziehung privater Investoren wird das benötigte Kapital voraussichtlich nicht aufzubringen sein. Infrastrukturrisiken sind sehr eng mit vielen weiteren Risiken verflochten, so dass der Aufrechterhaltung und dem Ausbau von Infrastrukturen nach Ansicht des Global Risk Reports ein hohes Gewicht zukommt. Handel, Industrieansiedlung, die Versorgung der Bevölkerung, schnelle Hilfe bei Naturkatastrophen und viele andere Faktoren hängen an einer funktionierenden Infrastruktur.

Für die zweite und dritte Welt identifiziert der Report vor allem in den Bereichen Land- und Wasserwirtschaft dringliche Infrastrukturaufgaben. Im   Energiebereich wird vor allem die Umstellung auf erneuerbare Energien hohe Investitionen erfordern. Auch der Klimawandel wird hohe Infrastrukturaufwendungen nach sich ziehen: zum Schutz von Küstenregionen und Überschwemmungsgebieten einerseits, zur Wasserversorgung in trockener werdenden Gebieten andererseits.

Zivilisationskrankheiten

Der demographische Wandel sowie veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten haben die Zahl und die Behandlungskosten von nicht ansteckenden Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes rapide nach oben getrieben. Obwohl diese Krankheiten üblicherweise mit Industrieländern in Verbindung gebracht werden, finden sich 80 Prozent ihrer jährlich 35 Millionen Opfer in Schwellen- und Entwicklungsländern, und die Hälfte von ihnen ist unter 70 Jahre alt. Wird dieses Problem nicht angegangen, so wird die Mehrheit dieser Länder – mit Ausnahme Zentralafrikas – im nächsten Jahrzehnt einen historischen Wandel erleben: Während die Todesrate durch Infekte, Fehlernährung, Schwangerschaften und Kindersterblichkeit um 3 Prozent zurückgeht, wird die durch nicht ansteckende Krankheiten verursachte Sterblichkeit um 71 Prozent steigen. Dies bedroht die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Stabilität dieser Länder.

Aber auch in den Industrieländern sind die nicht ansteckenden Krankheiten ein zunehmendes Problem, in den USA sorgen sie bereits heute für rund ein Drittel der Ausgaben des Gesundheitssystems. Die Gründe für diese Krankheiten sind meist Fehlernährung sowie übermäßiger Alkohol- und Tabakgenuss. Sie könnten relativ einfach durch eine breite Gesundheits­erziehung bekämpft werden, wie Beispiele aus Großbritannien und den USA zeigen.

Stärkere Vernetzung der Risiken

In den fünf Jahren der Existenz des Reports hat nach Ansicht des Global Risk Council die gegenseitige Abhängigkeit der einzelnen Risiken deutlich zugenommen. Neu in Global Risks 2010 ist deshalb die „Risks Interconnection Map“; diese Übersicht wurde erstmals für den Report erstellt und zeigt die Abhängigkeiten zwischen den wichtigsten globalen Risiken auf. Eine solche vernetzte Sicht von globalen Risiken führt zum besseren Verständnis und macht die erhöhte Komplexität im Risikomanagement deutlich. Derzeit sind die Verantwortlichkeiten bei der Mehrheit der identifizierten Risiken auf viele Organisationen und Regierungen verteilt und oft bleibt unklar, wer für ihr Management verantwortlich ist. Der Report fordert deshalb, die Position nationaler Risikomanager einzurichten.

„Bisher gibt es noch kein adäquates System, um globale Risiken gezielt managen zu können“, so MMC Deutschland Chairman Sven A. Kado. „Doch die Anfänge sind gemacht, wie die gemeinsame Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr oder die Erweiterung der G8- auf eine G20-Runde zeigen. Inzwischen ist allen Verantwortlichen bewusst, dass langfristiges und vernetztes Denken sowie gemeinsames und diszipliniertes Handeln notwendig sind, um die globalen Risiken besser managen und bewältigen zu können.“

Über den Global Risk Report

Das Weltwirtschaftsforum ist eine unabhängige internationale Organisation mit Sitz in Genf. Sein seit 2004 jährlich erscheinender Risikoreport „Global Risks“ entsteht aus den Erkenntnissen des Global Risk Councils und des Global Agenda Councils des Weltwirtschaftsforums, in Zusammenarbeit mit der Citigroup, Marsh & McLennan Companies (MMC), Swiss Re, dem Wharton School Risk Center und Zurich Financial Services. Der Report entsteht aus einer qualitativen Analyse der globalen Risiken in Verbindung mit Workshops und dem Rat von Wirtschaftsführern und Experten auf der ganzen Welt. Global Risks benennt aktuelle Risikobereiche, auf die sich Verantwortliche aus Wirtschaft und Politik beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums, das Ende Januar in Davos stattfindet, in ihren Gesprächen konzentrieren. Zudem macht der Report zahlreiche Vorschläge, um erkannte globale Risiken zu vermindern oder zu managen.

MMC, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Beratung und Lösungen für Risikomanagement, Unternehmensstrategie und Personalfragen, ist langjähriger Partner des Weltwirtschaftsforums. Die Tochterfirmen Marsh und Oliver Wyman identifizieren zusammen mit ihren Kunden frühzeitig strategische und operative Risiken, um diesen entgegenzuwirken oder sie durch strategische Überlegungen in Wachstum umzusetzen.




Frau Katja Kamphans
Leiterin Sales & Marketing, Unternehmenskommunikation
Tel.: 069/6676-624
Fax:
E-Mail: Katja.Kamphans@marsh.com


Frau Manuela Emmel
Pressereferentin
Tel.: 069/6676-634
Fax:
E-Mail: manuela.emmel@marsh.com

Marsh GmbH
Lyoner Str. 36
60528 Frankfurt
www.marsh.de

Marsh, ein Unternehmen der Marsh & McLennan Companies (MMC), ist der weltweit führende Versicherungsmakler und Risikoberater mit über 23.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern. Marsh bietet das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, um Risiken von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen zu erkennen, zu bewerten und zu bewältigen. Für die Marsh GmbH, ehemals Gradmann & Holler, sind rund 650 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Wien tätig.

Marsh & McLennan Companies (MMC) ist ein internationales Dienstleistungsunternehmen mit rund 52.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 11 Milliarden US-Dollar. Zu MMC gehören neben Marsh auch der Rückversicherungsmakler Guy Carpenter, der Risiko- und Technologieberater Kroll, die Beratung für Personal- und Finanzmanagement Mercer sowie die Unternehmensberatung Oliver Wyman. Die Aktie von MMC (Börsenkürzel: MMC) wird an den Börsen von New York, Chicago und London gehandelt.

Weitere Informationen unter www.marsh.de und www.mmc.com.

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