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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 28.07.2009
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Haftpflichtstudie „Limits of Liability 2008“: Gefährlicher Spartrend in der Haftpflichtversicherung

-Prämien europaweit leicht gesunken -Rezession lässt Unternehmen an Deckungssummen sparen

Die Prämien in der Industriehaftpflicht­versicherung sind 2008 in Europa leicht gesunken. Unternehmen kauften geringere Deckungssummen ein, um ihre Kosten stärker zu senken. Das zeigt die jährlich durchgeführte Haftpflichtstudie „Limits of Liability“ des Industrieversicherungsmaklers Marsh. Gleichzeitig führten die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die zunehmende Regulierungsdichte in Europa und Asien zu einer weiteren Verschärfung des Haftungsumfeldes. Einer sinkenden Absicherung stehen somit tendenziell steigende Risiken gegenüber. Vor allem in Zeiten geringer Liquiditätsreserven der Unternehmen ist dies eine gefährliche Entwicklung.

Europaweit gaben die Prämien für Industriehaftpflichtversicherungen im Jahr 2008 nur noch leicht nach. Über alle betrachteten Unternehmen und Branchen hinweg sank die für eine Million Euro Deckungssumme gezahlte Prämie um etwa zwei Prozent, von 10.227 Euro auf 10.063 Euro. Die durchschnittliche Deckungssumme reduzierte sich europaweit von 34 Millionen auf 32 Millionen Euro. Weltweit war der Rückgang noch stärker, für alle untersuchten Unternehmen sank die Deckungssumme von 36 Millionen auf 31 Millionen Euro. „Haftungsverschärfungen und rezessionsbedingt geringere Liquiditätsdecken machen eine generelle Reduzierung der Deckungssummen gefährlicher denn je“, warnt Nicole Mattersberger, Haftpflicht-Expertin bei Marsh in Frankfurt. „Wer Kosten senken muss, sollte in einem sorgfältigen Risikomanagementprozess seinen Versicherungsbedarf spezifizieren und selektiv handeln.“

Deutschland weicht von europäischem Trend ab

In Deutschland ist der Trend zu sinkenden Deckungssummen derzeit noch nicht erkennbar. Die durchschnittliche Haftpflichtdeckung blieb mit 26 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig war der Preisrückgang in der Industriehaftpflichtversicherung mit durchschnittlich acht Prozent stärker als im Rest Europas. Die Prämie für eine Deckungssumme von einer Million Euro sank von 10.483 Euro auf 9.633 Euro. Rund sieben Prozent der untersuchten Unternehmen hatten in den letzten fünf Jahren einen Haftpflichtschaden von fünf Millionen Euro und mehr. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von rund fünf Prozent. „Um im Schadenfall keine unerwarteten Liquiditätsabflüsse hinnehmen zu müssen, sollten Haftungsrisiken kontinuierlich bewertet und der Versicherungsschutz individuell angepasst werden“, empfiehlt Mattersberger.

Haftungsrisiken in Europa und Asien steigen

Eine zunehmende Regulierungsdichte sorgt in Europa und Asien dafür, dass sich die Haftungssituation für Unternehmen deutlich verschärft. Der Vorstoß der EU-Kommission, gesamteuropäische Sammelklagen einzuführen, ist vorerst am Widerstand der einzelnen Landesdirektiven, unter anderem auch Deutschlands und Italiens, gescheitert. Doch in den skandinavischen Ländern sind derartige Klagen bereits in abgewandelter Form möglich.

Bei Produktrückrufen hat zwar die jüngste Rechtsprechung die Rückrufverpflichtungen etwas abgeschwächt, doch die Schwelle zur Bewertung der Gefährlichkeit von Produkten sinkt weiter. Die europäische Datenbank RAPEX, die als Frühwarnsystem dient, listete Ende 2008 bereits 1.900 „unsichere und gefährliche“ Produkte – zwei Jahre zuvor waren es erst 1.050, 2004 sogar lediglich 468. Hingegen ist die Absicherungsphilosophie bei Rückrufen in Unternehmen außerhalb der Automobil- und Lebensmittelbranche nicht stark ausgeprägt.

In Asien wurden inzwischen diverse neue Gesetze und Verordnungen erlassen, so wurden zum Beispiel in Thailand und China neue Regularien zur Produkthaftung von Unternehmen verabschiedet. „Es ist davon auszugehen, dass Produktrückrufe in den nächsten Jahren deutlich zunehmen werden“, berichtet Haftpflicht-Expertin Mattersberger. „Jedoch sind derzeit nur wenige Unternehmen adäquat abgesichert. Hier besteht ein enormer Nachholbedarf.“

Auch Umweltthemen nehmen nicht nur in Europa, sondern auch in Asien an Bedeutung zu. Unter anderem in China werden durch neue Gesetzgebungen auch auf diesem Gebiet neue Haftungsszenarien für Unternehmen geschaffen.

US-Engagement weiterhin im Fokus

Für Unternehmen in Europa stellt ein Engagement in den USA nach wie vor das größte Risiko dar. Erwarben Unternehmen durchschnittlich eine Deckungssumme von 23 Millionen Euro ohne US-Tochtergesellschaften, lagen die Deckungssummen mit 56 Millionen Euro für Unternehmen mit US-Engagement mehr als doppelt so hoch.

Die Studie

Im Rahmen der Studie „Limits of Liability 2008“ befragte Marsh weltweit über 7.700 Unternehmen zu ihren Produkthaftpflicht- und allgemeinen Haftpflichtversicherungsprogrammen. Der Schwerpunkt der jährlich durchgeführten Studie liegt auf den eingekauften Deckungssummen sowie den dafür gezahlten Prämien. Die Auswertung erfolgt nach Unternehmensgröße, Branche und Region. Die Studie liefert damit qualitative und quantitative Benchmark-Daten, die Einkäufern von Haftpflichtdeckung Auskunft über ihr relatives Absicherungsniveau und die dafür gezahlten Preise geben.




Frau Katja Kamphans
Leiterin Marketing & Unternehmenskommunikation
Tel.: 069/6676-624
Fax:
E-Mail: Katja.Kamphans@marsh.com


Frau Manuela Emmel
Pressereferentin
Tel.: 069/6676-634
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E-Mail: manuela.emmel@marsh.com

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führende Versicherungsmakler und Risikoberater mit 24.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern. Marsh bietet das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, um Risiken von Unter-nehmen, öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen zu erkennen, zu bewerten und zu bewältigen. Für die Marsh GmbH, ehemals Gradmann & Holler, sind rund 650 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Wien tätig.

Marsh & McLennan Companies (MMC) ist ein internationales Dienstleistungsunternehmen mit mehr als 54.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar. Zu MMC gehören neben Marsh auch der Rückversicherungsmakler Guy Carpenter, der Risiko- und Technologieberater Kroll, die Beratung für Personal- und Finanzmanagement Mercer sowie die Unternehmensberatung Oliver Wyman. Die Aktie von MMC (Börsenkürzel: MMC) wird an den Börsen von New York, Chicago und London gehandelt.

Weitere Informationen unter www.marsh.de und www.mmc.com.

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