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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 14.07.2006
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Initiative Finanzstandort Deutschland: 2005 große Fortschritte

Am 26. Juni präsentierte die Initiative Finanzstandort Deutschland in Frankfurt ihren zweiten Finanzstandort-Bericht. Michael Heise, IFD Vorsitzender und Chef-Ökonom von Allianz und Dresdner Bank sieht die Chancen für den Finanzstandort Deutschland noch längst nicht ausgereizt.

Der Finanzstandort Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut deutlich an Stärke zugelegt. Die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) stellt in ihrem zweiten Report zum hiesigen Finanzstandort fest, dass Akteure wie auch Einzelsegmente des Finanzmarktes teilweise große Fortschritte gemacht haben.

2005 ein gutes Jahr   
   
"2005 war ein gutes Jahr für den Finanzstandort Deutschland. Die Akteure sind fit und spielten wieder mutig nach vorne; für eine tolle Unterstützung von außen sorgte die positive Entwicklung der Märkte; junge Talente wie Verbriefungen oder Zertifikate konnten nachhaltig auf sich aufmerksam machen, so lautet unsere 'Spielanalyse' in der Sprache dieser Tage", sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz und Dresdner Bank, der dem Kreis der IFD-Volkswirte vorsitzt.

"Der Schwung des Jahres 2005 muss nun in weiteres, nachhaltiges Wachstum umgesetzt werden. Wir müssen die großen Potenziale nutzen, die eine stärkere Kapitalmarktorientierung in der Unternehmensfinanzierung und dem Ausbau der kapitalgedeckten Altersvorsorge bietet. Wir freuen uns, dass 2005 die Nachfrage nach Kapitalmarkt-Produkten wie Mezzanine-Kapital rasant gestiegen ist. Die kapitalgedeckte Riester-Rente entwickelt sich gleichfalls sehr dynamisch. Es darf aber nicht bei dieser erfreulichen Momentaufnahme bleiben. Die Chancen für den Finanzstandort Deutschland sind noch längst nicht ausgereizt", so Michael Heise weiter.

Zweiter Finanzstandort-Bericht   
   
Die IFD legt heute zum zweiten Mal ihren "Finanzstandort-Bericht" vor, in dem die Volkswirte der IFD einmal im Jahr Stärken und Schwächen des deutschen Finanzstandortes analysieren und Perspektiven für nachhaltiges Wachstum aufzeigen. "Auch wenn sich der Standort Deutschland im vergangenen Jahr in Zeiten schärferen internationalen Wettbewerbs gut behauptet hat, können wir uns nicht zurücklehnen", sagt Hans-Jürgen Gutenberger, Vorstandsmitglied der DekaBank bei der Vorstellung des Berichtes. Der Bericht verstehe sich nicht zuletzt als kritischer Begleiter der Maßnahmen, die von der IFD angeregt, entwickelt und erfolgreich auf den Weg gebracht worden sind.

Orientierung zum Kapitalmarkt   
   
So erlebt die Börse eine Renaissance als Finanzierungsquelle, nicht zuletzt dank der von der IFD angeregten Einführung des neuen Entry Standards für junge und etablierte mittelständische Unternehmen. Auch das Angebot an Mezzanine-Kapital wurde in Deutschland stark ausgeweitet: "Mezzanine-Programme deutscher Banken erreichen ein Volumen von vier Milliarden Euro und spielen als eigene Asset-Klasse mittlerweile eine wichtige Rolle auf dem deutschen Verbriefungsmarkt", heißt es in dem Report. Die IFD hat mit dem Hessen Fonds einen Pilotfonds für die Bereitstellung von Beteiligungskapital geschaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbreiterung der Finanzierungsbasis von Mittelständlern geleistet.

Spürbare Wachstumsimpulse wird der deutsche Finanzmarkt von der stärkeren Nutzung von kapitalmarktorientierten Finanzierungslösungen erfahren, prognostizieren die IFD-Volkswirte. Zwar verfüge die Mehrzahl der Unternehmen aufgrund hoher Gewinne nach wie vor über gute bis sehr gute Innenfinanzierungs-Möglichkeiten. Mit einer anziehenden Investitionstätigkeit erhöht sich jedoch der Bedarf an Außenfinanzierung. So setzte z.B. der Markt für Unternehmensanleihen sein Wachstum der vergangenen Jahre fort, heißt es in dem Finanzstandort-Bericht.

Kapitalgedeckte Altersvorsorge ebenfalls Treiber von Wachstum   
   
Die kapitalgedeckte Vorsorge befindet sich ebenso im Aufwind. Die IFD-Volkswirte sehen sie als einen entscheidenden Wachstumstreiber in den nächsten Jahren in Deutschland.

"Am deutlichsten lässt sich dies an der Entwicklung der Riester-Rente erkennen: Nach schwierigem Start vor vier Jahren wuchs die Zahl der Riester-Verträge bei Finanzdienstleistern seit 2005 um zwei Millionen auf insgesamt 6,2 Millionen Verträge. Dazu kommen noch einmal gut 13 Millionen weiterer Verträge der privaten und betrieblichen Altersvorsorge, die seit 2002 bei Lebensversicherern neu abgeschlossen wurden", so die Autoren des Berichts.

Die Pflicht zur eigenverantwortlichen Vorsorge hätten viele Deutsche bereits verinnerlicht, aber erst allmählich würden stärker Produkte der Altersvorsorge nachgefragt, heißt es weiter. Intensive Beratung und innovative Angebote durch die Akteure am Finanzstandort Deutschland unterstützen die Ausrichtung des Sparens an langfristigen Vorsorgezielen.

Internationaler Wettbewerb erfordert weiteres Handeln   
   
Mit Blick auf Projekte wie die auch von der IFD intensiv unterstützten REITs sowie Wettbewerbsverschiebungen im Markt für Rückversicherungen und die europäische Finanzmarktintegration halten die Autoren ein verstärktes Handeln für nötig. So sei etwa für die Finanzmarktintegration der Aufbau von pan-europäischen Infrastrukturen erforderlich, heißt es in dem Bericht, insbesondere die Schaffung eines einheitlichen Zahlungsraums, der Single Euro Payments Area (SEPA).

In der Rückversicherung verteidigt der Finanzstandort Deutschland seine Nummer eins Position, doch der globale Wettbewerb ist zunehmend intensiver. Es wird darauf ankommen - auch durch die Sicherstellung einer Angleichung von Aufsichtsstandards und adäquate steuerliche Rahmenbedingungen - diese führende Position für die Zukunft zu kräftigen.

Politische Rückendeckung bei diesen Themen sei eine "conditio sine qua non", sagte Hans-Jürgen Gutenberger. "Es ist im Interesse des deutschen Finanzstandortes unbedingt notwendig, für neue Finanzmarktinstrumente die geeigneten Rahmenbedingungen rechtzeitig zu schaffen, damit diese Aktivitäten nicht an andere europäische Standorte verloren gehen. London, Paris oder Luxemburg warten nur auf ihre Chance. Im Falle von REITs sind wir gegenwärtig wieder in der Gefahr, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen."

Die Autoren des Berichtes sehen das ähnlich: "In den vergangenen Jahren hat eine Vielzahl regulatorischer Verbesserungen - beispielsweise bei der Genehmigung von Fonds, der steuerlichen Behandlung von Verbriefungen oder der Regelungen zur Riester-Rente - das Wachstum unterstützt. Es ist daher sehr zu begrüßen, dass die hohe Bedeutung des Finanzstandorts für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland in immer stärkerem Maße anerkannt wird". Das eindeutige Bekenntnis der neuen Bundesregierung zum Finanzstandort Deutschland dürfe jedoch nicht durch anderweitige Gesetzgebungsvorhaben konterkariert werden.

Über die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD)   
   
Die IFD wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen, um mit Innovationen und gemeinsamen Aktivitäten Defizite des deutschen Finanzstandorts zu beheben und damit Ideengeber und Katalysator für Fortschritt mit Ziel eines nachhaltigen Wachstums zu sein. IFD-Mitglieder sind Kreditinstitute und Unternehmen der Versicherungswirtschaft gemeinsam mit Verbänden der Finanzwirtschaft, der Deutschen Börse, der Deutschen Bundesbank und dem Bundesministerium der Finanzen. Mehr als 200 Experten aus den IFD-Mitgliedshäusern widmen sich Themen um die Schwerpunkte "Stärkung des Wachstums", "Förderung von Innovation" sowie "Mitgestaltung der Europäischen Finanzmarktintegration".



Herr David F. Milleker
Tel.: ++49-69-263-11348
Fax: ++49-69-263-18791
E-Mail: david.milleker@dresdner-bank.com

Dresdner Bank Aktiengesellschaft
Jürgen-Ponto-Platz 1
60301 Frankfurt am Main
Deutschland
www.dresdner-bank.de

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