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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 19.02.2008
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Langzeitkranke Mitarbeiter kosten Arbeitgeber 400 Euro am Tag

Wiedereingliederung ist Pflicht, spart aber auch Kosten - "Disability Management" hat große wirtschaftliche Vorteile

Für Unternehmen lohnt es sich, Beschäftigte, die längere Zeit oder häufig wegen Krankheit ausfallen, mit Hilfe eines Eingliederungsmanagements wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Denn die verdeckten Kosten solcher Personalausfälle sind höher als allgemein angenommen - rund 400 Euro pro Tag. Firmen können durch professionelles "Disability Management" beträchtliche Kosten einsparen.

Seit 2004 sind alle Unternehmen - unabhängig von ihrer Größe - gesetzlich verpflichtet, für ein betriebliches Eingliederungsmanagement zu sorgen. "Das hat sich allerdings noch nicht überall herumgesprochen", sagt Dr. Friedrich Mehrhoff von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). "Noch weniger bekannt ist der betriebswirtschaftliche Nutzen einer solchen Maßnahme." So hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales errechnet, dass ein Fehlzeitentag ein Unternehmen im Schnitt mit rund 400 Euro belastet. Außer den direkt feststellbaren Kosten wie Entgeltfortzahlung, Entlohnung von Aushilfen und Bezahlung von Überstunden entstehen verdeckte Kosten etwa für Personalsuche, Vorstellungsgespräche, die Ausbildung und Einarbeitung neuer Kräfte sowie zusätzliche Personalverwaltung.

Demographischer Wandel verschärft das Problem
"Dies alles kann jedoch noch durch die immateriellen Verluste übertroffen werden, die ein langfristig oder dauerhaft ausfallender Mitarbeiter verursacht", weiß Dr. Mehrhoff. "Gerade für mittelständische und kleinere Unternehmen kann der Verlust einer bewährten und erfahrenen Kraft, die intensive Kundenkontakte hat und alle Abläufe kennt, existenzgefährdend werden." Denn der Betrieb verliert damit auch Kompetenz und Know-how, möglicherweise erhebliche Investitionen in Aus- und Weiterbildung und in manchen Fällen auch Aufträge und Kunden. Diese Problematik wird sich unweigerlich verschärfen, wenn auf dem Arbeitsmarkt der alternden deutschen Gesellschaft immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. "Wiedereingliederungsmanagement ist daher eine hochaktuelle Herausforderung für jedes deutsche Unternehmen und ein Instrument der Zukunftssicherung", so Dr. Mehrhoff.

Disability Management - international anerkannt und standardisiert
Vor diesem Szenario hat der Gesetzgeber zwar festgelegt, dass Betriebe ein Eingliederungsmanagement aufbauen müssen, aber nicht, wie. Die DGUV hat daher die Initiative ergriffen und das international anerkannte und standardisierte "Disability Management" in Deutschland eingeführt. Sie bildet mit weiteren Partnern Disability Manager aus und verleiht geprüften Managern die Zulassung; nähere Informationen dazu bietet die Internetseite www.disability-manager.de. Inzwischen gibt es rund 500 so genannte "Certified Disability Management Professionals" (CDMP) - meist Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsräte, Personalverantwortliche und Führungskräfte von Unternehmen, Experten von Versicherungen sowie Ärzte und Therapeuten, die die Weiterbildung absolviert und die Zusatzqualifikation erhalten haben.

Frühzeitiges Eingreifen enorm wichtig
Ein Beispiel ist Petra Zink. Als eine der ersten Spezialistinnen hierzulande hat sie das Disability Management bei den Ford-Werken aufgebaut. Inzwischen steuert sie 13 so genannte Integrationsteams an zwei Standorten mit knapp 24.000 Mitarbeitern. "Die eigentliche Integrationsarbeit findet vor Ort statt", sagt Zink. Jedes Team bestehe aus einem Spezialisten für Disability Management, dem betrieblichen Vorgesetzten, einem Vertreter des Betriebsrats und der Personalabteilung, einem Arbeitsmediziner sowie bei Bedarf dem Schwerbehindertenvertreter und nicht zuletzt dem Betroffenen selbst.

"Die Teams vergleichen die Anforderungen des Arbeitsplatzes mit den Fähigkeiten des Betroffenen", so Zink. "Sie prüfen dann, ob die Anforderungen verändert werden können - zum Beispiel durch technische Maßnahmen - oder ob die Fähigkeiten des Mitarbeiters angepasst werden können - beispielsweise mit Hilfe berufsspezifischer Rehabilitationsmaßnahmen." 1.085 Fälle haben die Teams im vergangenen Jahr bearbeitet. Aktiv werden sie, wenn Fehlzeiten auf ein Problem hindeuten. "Aber nicht nur dann", sagt die Disability Managerin. "Frühzeitiges Eingreifen ist für uns sehr wichtig. Wir schalten uns auch dann ein, wenn ein Mitarbeiter ein grundsätzliches gesundheitliches Problem, aber noch keine Ausfalltage hat."

Motivation und Loyalität der Mitarbeiter entscheidend gestärkt
Das Disability Management bei Ford sorgt dafür, dass die langzeiterkrankten Mitarbeiter einen auf ihre gesundheitliche Situation abgestimmten Arbeitsplatz angeboten bekommen. Natürlich ist hierfür viel Vertrauensbildung und menschliches Einfühlungsvermögen nötig. Disability Management soll von den Betroffenen nicht als Zwang oder Bedrohung empfunden, sondern als Chance begriffen werden. Viele sind sehr froh, dank der Bemühungen von Petra Zink und ihren Kollegen wieder am Arbeits- und sozialen Leben teilnehmen zu können. Auf die Motivation und Loyalität dieser Mitarbeiter hat dies Auswirkungen, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können und von denen das Unternehmen enorm profitiert. 



Herr Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
(DGUV)
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
http://www.dguv.de/

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Ihre Mitglieder versichern über 70 Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen sowie Berufskrankheiten. Als Unfallversicherungsträger verfügen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen über umfassende Kompetenzen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten.

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