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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 15.02.2008
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Marktausblick

- ING IM erwartet 2008 Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent in der Eurozone (gegenüber 1,9 Prozent Ende 2007)
- ING IM Volkswirtschaftler haben das Wirtschaftswachstum der USA für 2008 auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert (von 1,8 Prozent Ende 2007)
- Chinas Wirtschaft wird voraussichtlich um rund 9 Prozent wachsen, (2007: um 12 Prozent). Es besteht allerdings eine wachsende Inflationsgefahr
- Wir gehen davon aus, dass die Zinsen bis Ende März sogar durch die Fed noch auf 2,75 Prozent gesenkt werden

Wir halten derzeit zwar defensive Positionen im Finanzsektor, sind aber bereit, jederzeit die interessanten Chancen zu nutzen, die sich jetzt wieder in den USA und an anderen Märkten auftun:

  • Die im Vorjahr von einigen Finanzunternehmen übernommenen Schuldenpositionen können nur nach und nach absorbiert werden. In diesem Zusammenhang sollte der zinspolitische Kurs der Notenbanken einige Erleichterung bringen.
  • Die flexible Haltung der Federal Reserve wirkt sich positiv auf die Zinsmargen der Banken aus. Das stärkt nicht nur die Profitabilität, sondern bietet auch erneute Wachstumschancen.
  • Die geldpolitischen Instanzen sind sich der Risiken bewusst und ergreifen die entsprechenden Maßnahmen. In den USA unternimmt man daher alle Anstrengungen, um angeschlagenen Monoline-Versicherern, die CDOs (forderungsbesicherte Schuldverschreibungen) versichert haben, unter die Arme zu greifen.
  • Eine Vielzahl schlechter Meldungen ist bereits in die Preise eingeflossen. Entsprechend ergeben sich von Zeit zu Zeit Chancen, die wir verantwortlich nutzen werden.
  • Die Kreditkrise ist noch nicht ausgestanden. Es besteht nach wie vor die reale Gefahr weiterer erheblicher Verluste an verschiedenen Gewerbeimmobilienmärkten, darunter die USA, Australien, Irland und Spanien.
  • Gleichzeitig nehmen die uneinbringlichen Forderungen aufseiten der Kreditkartenorganisationen zu. Dabei dürfen die Risiken allerdings nicht übertrieben dargestellt werden. Die hohen Kreditzinsen fungieren als Puffer und nicht zuletzt verteilen sich die bestehenden Risiken auf eine enorme Zahl von Kunden.
  • Die Risiken im Hinblick auf die Schwellenländermärkte sind weiter gestiegen. Die Finanzinstitutionen in den betreffenden Ländern befinden sich jetzt in einer zunehmend prekären Lage.
  • Infolge des massiven Kurseinbruchs sind die Bewertungen in den USA nun attraktiver, selbst wenn es zu einer schweren Rezession kommen sollte (das ist allerdings nicht unser Baseline-Szenario!).
  • Bei der Entscheidung, welche Unternehmen wir in das Portfolio aufnehmen, stellen wir weiterhin vor allem auf gesunde Bilanzen, überdurchschnittliche Wachstumsaussichten und angemessene Bewertung ab.

Fallende Häuserpreise lösen Unruhe aus

Der Anfang vom Ende begann Mitte letzten Jahres. Die Vorstellung, dass die Immobilienpreise in den USA sich nur in eine Richtung – nämlich nach oben – entwickeln könnten, erwies sich unversehens als Fehlschluss. Was niemand zunächst wahrhaben wollte, ließ sich nun nicht mehr leugnen: Mit den Häuserpreisen ging es rapide bergab. Dabei stellte sich auch heraus, dass zahlreiche Finanzinstitutionen – direkt oder indirekt – an der Finanzierung von Hypotheken für amerikanische Bauherren mit unzureichender Bonität beteiligt waren. Seitdem mussten Banken uneinbringliche Darlehen in Milliardenhöhe abschreiben.

Aktienkurse Grund für Rezession der US-Wirtschaft

Anfang Januar richtete sich das Augenmerk insbesondere auf die Frage, ob und inwieweit die Probleme des Finanzsektors auf die anderen Bereiche der amerikanischen Volkswirtschaft übergreifen würden. Enttäuschende Beschäftigungszahlen und eine nur schleppende Auftragslage legten den Schluss nahe, die USA werde bald in eine Rezession eintreten. Und prompt rutschten die Aktienkurse mit geradezu beispielloser Volatilität. Ende Januar war die erwartete US-Rezession durch die massiven Kurseinbrüche an den globalen Aktienmärkten bereits voll eingepreist. Im Januar erreichte die Risikobereitschaft auf Investorenseite ihren niedrigsten Stand seit zwanzig Jahren. Massenweise kehrten die Trader den eher risikoreicheren Anlageformen den Rücken zu und orientierten sich stattdessen an stärker defensiv ausgerichteten Aktien und Staatsanleihen. Mit den fallenden Aktienkursen sanken auch die Zinsen auf Staatsanleihen, deren Kurse damit stiegen.

Intervention der US Federal Reserve

Die amerikanische Notenbank reagierte schnell und senkte die Leitzinsen am 22. Januar zunächst um 75 Basispunkte auf 3,50 Prozent und dann noch mal Ende Januar um weitere 50 Basispunkte auf 3,00 Prozent. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen bis Ende März sogar noch auf 2,75 Prozent gesenkt werden. Auf jeden Fall hat die Fed ihre Bereitschaft signalisiert, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um die Wirtschaft zu stützen. Daher kann auch eine noch dramatischere Lockerung nicht ausgeschlossen werden. Überdies hat die amerikanische Regierung ein Steuerpaket geschnürt, das einer Familie mit zwei berufstätigen Elternteilen und zwei Kindern zusätzliche Kaufkraft in Höhe von 1.800 Dollar bescheren soll.

Revidierte Wachstumsprognosen

Leider reichten die genannten Maßnahmen nicht aus, um eine negative Wirkung der jüngsten Entwicklungen auf das Wirtschaftswachstum in den USA zu vermeiden. So können die Zinssenkungen nicht die anderen Einflussfaktoren wettmachen, die sich negativ auf die Konjunktur auswirken, wie Kurseinbrüche an den Aktienmärkten, steigende Ölpreise und die Misere am US-Wohnbaumarkt. Unsere Volkswirtschaftler haben das Wirtschaftswachstum der USA für 2008 daher auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert (von 1,8 Prozent Ende 2007). Diesen Fachleuten zufolge ist dies als Vorzeichen für eine leichte Rezession zu deuten; Grund ist das negative Wachstum in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres. Gleichwohl rechnen wir damit, dass die USA sich in der zweiten Jahreshälfte – u. a. infolge der Leitzinssenkung und der Steuererleichterungen – allmählich erholen werden.

Günstiger weltwirtschaftlicher Rahmen

Die Erwartung, dass die Rezession wohl eher leicht ausfällt, stützt sich nicht nur auf die vorgenannten geld- und steuerpolitischen Maßnahmen in den USA und positive Unternehmenskennzahlen. Vielmehr sind die positiven Impulse vor allem auf die unvermindert weiter wachsende Weltwirtschaft zurückzuführen, ihrerseits bedingt durch den anhaltenden Boom in den Schwellenländern und die relativ stabile Wachstumsentwicklung in Europa. Vom Wachstum in diesen Regionen profitieren vor allem amerikanische Exporteure, beflügelt vom niedrigen Dollarkurs. So ist die Zunahme der Exporte zumindest ein teilweiser Ausgleich für das negative Wachstum am Wohnimmobilienmarkt. In jedem Fall muss das immense Immobilienangebot erst noch erheblich gestutzt werden, bevor dieser Sektor wieder einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum beisteuern kann.

Leichte Abschwächung in Europa

Die Schwächung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone hält sich in Grenzen. Die Immobilienmisere scheint bislang noch auf die USA begrenzt zu sein. Die Folgen, nämlich vermehrte Unsicherheit an den Finanzmärkten und striktere Kreditvergabekriterien, machen sich auch in anderen Regionen bemerkbar. Hinzu kommt, dass der starke Euro die Ausfuhren aus Europa erschwert. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Konkurrenten kommen europäischen Unternehmen keine niedrigeren Leitzinsen oder Steueranreize zugute. Und das aus gutem Grund. Die Europäische Zentralbank hat angesichts der extrem niedrigen Arbeitslosenzahlen (dem tiefsten Stand seit 25 Jahren) und der Gefahr zunehmenden Lohndrucks Inflationssorgen. Daher ist die Chance, dass die EZB noch in diesem Jahr die Zinsen senken wird, gering. Damit ist nur zu rechnen, falls die Konjunktur in der Eurozone ernsthaft ins Stocken kommt. Bislang deutet jedoch nichts darauf hin. Wir erwarten daher für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent in der Eurozone (gegenüber 1,9 Prozent Ende 2007).

Wachstumsentwicklung an den Emerging Markets weiterhin günstig

In den Schwellenländern setzt sich die Wachstumsentwicklung fort, auch wenn die diesjährige Wachstumsrate unter der des letzten Jahres liegen wird. So wird Chinas Wirtschaft voraussichtlich um rund 9 Prozent wachsen, im letzten Jahr waren es noch 12 Prozent. Es besteht allerdings auch eine wachsende Inflationsgefahr.

Ausblick für die nächsten zwölf Monate:

Investoren kämpfen derzeit mit den Nachwirkungen der Situation früherer Jahre (bis Mitte 2007), als außerordentlich niedrige Zinsen an der Tagesordnung waren und sowohl Banken als auch Investoren sich nicht scheuten, erhebliche Risiken zu übernehmen. Beide Faktoren drückten die Häuserpreise nach oben. Angesichts nunmehr fallender Immobilienpreise müssen sowohl Kreditgeber als auch Anleger empfindliche Verluste hinnehmen. Gleichzeitig weiten sich die Spreads an den Kreditmärkten deutlich aus. Die Märkte müssen sich jetzt darauf einstellen, dass Risiko wieder seinen Preis hat. Dieser Prozess wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis auf weiteres rechnen wir also mit einer Fortsetzung der hohen Volatilität.

Geht man von einer leichten Rezession in den USA aus, sollte eine allmähliche Stabilisierung des amerikanischen Immobilienmarktes dazu beitragen, dass sich die gegenwärtige Risikoaversion unter Investoren legt. Wir rechnen mit einer solchen die Marktstimmung hebenden Stabilisierung noch im Laufe dieses Jahres.

Im Ergebnis erwarten wir in diesem Jahr u. a. aufgrund der Erholung des US-Dollar eine positive, wenn auch niedrige Gesamtrendite für unser globales Aktienportfolio. Zudem sollte die nachlassende Risikoaversion zu einer Verengung der Spreads und damit zu einer positiven Wirkung auf Ihr Rentenportfolio führen.



Frau Birgit Stocker
Tel.: + 49 69 5095 49-15
Fax: +49 69 50 95 49 - 31
E-Mail: Birgit.Stocker@ingim.com

ING Investment Management
Westhafenplatz 15
60327 Frankfurt
Deutschland
http://www.ingim.de/

ING Investment Management ist der globale Asset Manager der ING-Gruppe. Mit annähernd Euro 400 Milliarden Euro Assets under Management, vertreten in 31 Ländern und mehr als 2.500 Mitarbeitern, gehört die ING Investment Management (ING IM) weltweit zu den Top 25 im Asset Management. ING IM Europe hat Niederlassungen in 15 europäischen Ländern mit Euro 160 Milliarden Assets under Management. ING Investment Management bietet Investmentlösungen für den ING Unternehmensverbund, für ING Versicherungsunternehmen, institutionelle Kunden und Vertriebspartner. Die breite Palette von Investment-Strategien in Kombination mit den Distributionskanälen der ING-Gruppe zu Privatanlegern und institutionellen Anlegern, ermöglicht es ING Investment Management, allen seinen Kunden, sowohl in Europa als auch auf globaler Ebene, integrierte Lösungen im Finanzdienstleistungsbereich anzubieten.

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