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29.11.2005 - dvb-Presseservice

Rückenschmerzen: Zwei Drittel plagen sich mit dem Kreuz – Schon Teenager betroffen - Zum Arzt geht jedoch nur jeder Zweite

Zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland leiden unter Rückenschmerzen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage des BKK Bundesverbandes unter 4.008 repräsentativ ausgewählten Personen ab 14 Jahren, die von tns healthcare (emnid) durchgeführt wurde. Betroffen sind vor allem Übergewichtige, Ältere (über 50 Jahre) und Frauen.

Bereits 40 Prozent der Teenager haben Rückenschmerzen
Ein alarmierendes Ergebnis der Umfrage: Vier von zehn Teenagern (41 Prozent der 14- bis 19-Jährigen) kennen regelmäßig auftretende Probleme mit dem Rücken aus eigener Erfahrung. Bei den unter 30-Jährigen (20 bis 29 Jahre) klagt jeder Zweite über Rückenschmerzen (52 Prozent). Positive Nachricht: Übergewicht als zusätzlicher Risikofaktor für Rückenbeschwerden spielt bei den unter 30-Jährigen kaum eine Rolle. Allerdings sind bereits die 30- bis 39-Jährigen hart an der Grenze zum Übergewicht, denn sie haben einen durchschnittlichen Body Mass Index (BMI) von 24,9 (als Normalgewicht gilt ein BMI von 18,5 bis 24,9). Mit zunehmendem Alter der Befragten nimmt der BMI, das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht, deutlich weiter zu und damit wächst auch die Gefahr für Rückenprobleme: Bei den 40- bis 49-Jährigen liegt der BMI bei 25,8; bei der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren bei 26,3. Die älteste Gruppe, 60 und mehr Lebensjahre, weist einen BMI-Wert von 26,9 auf.

Nur jeder Zweite geht zum Arzt – Praxisgebühr schreckt nicht ab
Unter Rückenproblemen leiden 61 Prozent der Befragten, jedoch nur knapp die Hälfte von ihnen begibt sich in medizinische Behandlung. Danach gefragt, warum die anderen Frauen und Männer auf einen Arztbesuch verzichtet haben, zeigt sich: Ein Viertel meint, dass die Schmerzen nicht schlimm genug gewesen sind. 13 Prozent glauben, dass die Beschwerden von selbst wieder verschwinden und zwölf Prozent behandeln ihren Rücken lieber selbst. Acht Prozent haben keine Zeit zum Arzt zu gehen oder glauben, der Arzt könne ihnen nicht helfen. Nur vier Prozent geben an, dass sie aus Kostengründen auf medizinische Behandlung verzichten. Die Praxisgebühr hält also offenbar kaum jemand vom Arztbesuch ab.

Je älter die Befragten sind, desto häufiger therapieren sie ihre Rückenschmerzen lieber selbst. Fast ein Fünftel der über 60-Jährigen (17 Prozent), die nicht beim Arzt waren, greift auf bewährte Hausmittel zurück. Bei den unter 30-Jährigen dagegen verlassen sich viele auf ein ärztliches Urteil. Nur fünf Prozent setzen auf Selbsttherapie.

Massagen statt Medikamente
Die meisten Ärzte verordnen bei Rückenschmerzen Massagen (31 Prozent), so die Aussage der Befragten. Erst dahinter rangieren Medikamente (21 Prozent), Spritzen (20 Prozent) und Krankengymnastik (17 Prozent). Nach der besten Strategie gegen Rückenbeschwerden gefragt, setzt die überwiegende Mehrheit der Umfrageteilnehmer auf Bewegung: 87 Prozent meinen, dass spezielle Gymnastik am wirksamsten gegen Rückenschmerzen ist und 76 Prozent befürworten zudem einen gezielten Muskelaufbau. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller Befragten hält eine Psychotherapie für hilfreich.

Häufiges Sitzen führt nicht automatisch zu Beschwerden
Laut BKK-Umfrage sitzen die Deutschen an einem normalen Wochentag durchschnittlich 8,3 Stunden; zu Hause 3,4 Stunden, während der Arbeit 2,7 Stunden. Doch langes Sitzen führt offenbar nicht automatisch zu Rückenschmerzen. Wie die Studie zeigt, sind selbst Personen, die mehr als acht Stunden täglich sitzen, nicht häufiger von Rückenschmerzen betroffen als die übrigen Befragten. Ihr Rezept: Sie treiben regelmäßiger Sport als der Durchschnitt.

Bewegen hilft – Schmerzrisiko sinkt um zwölf Prozent
Die Mehrheit aller Befragten (64 Prozent) ist mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv, dabei werden Radfahren (40 Prozent), Laufen oder Jogging und Schwimmen (jeweils 24 Prozent) am häufigsten genannt. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, sind nachweislich weniger von Rückenschmerzen geplagt: Wer regelmäßig trainiert, senkt sein Rückenschmerz-Risiko durch den körperlichen Ausgleich um zwölf Prozent.

Wir stärken ihnen den Rücken
Schon eine halbe Stunde täglich bewusst bewegen, stärkt den Rücken und beugt nachweislich Rückenerkrankungen vor. Gemeinsam mit dem Verband der Rückenschullehrer geben die BKK einfache, aber wirksame Rückentipps in "Wir stärken Ihnen den Rücken" - diese Anleitung im Scheckkartenformat passt in jede Hosentasche.

Wissenswertes über die Ursachen von Rückenerkrankungen, Informationen über ganzheitliche Behandlungen von Rückenbeschwerden gibt es in der Broschüre "Haltung bewahren".

Die Klinik Physikalische Medizin und Rehabilitation der Charité und die Zentraleinrichtung Hochschulsport der Humboldt-Universität zu Berlin haben ein Trainingsprogramm am Arbeitsplatz "Rückenfit am PC" entwickelt, das es als CD gibt. Dieses in Kooperation mit dem BKK Bundesverband entstandene hochwertige Programm ist im Internet zu beziehen unter: www.rueckenfit-am-pc.de



N.N.
Herr Florian Lanz
Tel.: 030/ 223 12 0
Fax: 030/ 223 12 129
E-Mail: presse@bkk-bv.de

BKK Bundesverband
Kronprinzenstraße 6
45128 Essen
Deutschland
www.bkk.de

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Zusammenfassung der Repräsentativbefragung.pdf (651,41 kb)  Herunterladen
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