30.05.2016 - dvb-aktuell

Arbeitsbelastungen, die krank machen können

Unternehmen können im aktuellen Arbeitsmarktumfeld nur bestehen, wenn die Mitarbeiter gesund und motiviert sind. Qualifizierte Fachkräfte sollten deshalb dauerhaft gebunden werden und dabei auch gesund bleiben. Firmen benötigen dazu entsprechende Unterstützung.

Unternehmen können im aktuellen Arbeitsmarktumfeld nur bestehen, wenn die Mitarbeiter gesund und motiviert sind. Qualifizierte Fachkräfte sollten deshalb dauerhaft gebunden werden und dabei auch gesund bleiben. Firmen benötigen dazu entsprechende Unterstützung. Einige Betriebskrankenkassen bieten hierzu gut umsetzbare Tools, um die Belegschaft gesund zu halten. Meist interessiert es die Unternehmen aber schon im Vorfeld, welche psychischen Belastungen Mitarbeiter konkret krank machen. Das untersuchte ein Forschungsprojekt der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga).

Von der wissenschaftlichen Arbeit von Prof. Renate Rau (Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg) und dessen Team, profitieren Betriebskrankenkassen und Unternehmen, so Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes. Dank dieser Arbeit liegen nun evidenzbasierte Nachweise vor, die künftige Projekte zum betrieblichen Gesundheitsmanagement hinsichtlich der psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer eine wichtige Rolle spielen, so der Vorstand. Es konnten elf konkrete Arbeitsbedingungen identifiziert werden, die mit erhöhtem Erkrankungsrisiko verbunden sind. Das Ziel von Prof. Rau war, diejenigen Krankheiten auszuwerten, die unter Stress entstehen. Auch die Merkmale guter Arbeit wurden herausgearbeitet. Konkret sollte die Frage beantwortet werden, welche Arbeitsplatzbelastungen potentiell die Gesundheit gefährden.

Gesundheitsgefährdende Bedingungen sind nach der Studie:

  • hohe Arbeitsintensität;
  • geringer Handlunsspielraum;
  • geringe soziale Unterstützung;
  • Ungleichgewicht zwischen geforderter Leistung und erhaltener Belohnung/Wertschätzung;
  • Überstunden;
  • Schichtarbeit – hier vor allem Abend- und Nachtschichten;
  • Rollenstress;
  • Aggressivität am Arbeitsplatz;
  • Arbeitsplatzunsicherheit;

Aufgeführte Belastungen können bei guter Gestaltung aber auch Effizienz, Produktivität, Motivation und Kompetenzen der Mitarbeiter erhöhen. Bei schlechter Gestaltung sind diese gesundheitsgefährdend. Dabei gilt, dass die Mitarbeiter nicht zwingend krank werden müssen, trotzdem aber die Leistungsvoraussetzungen der Mitarbeiter beeinträchtigt werden.

In der Vergangenheit hat man oft auf die gesunde Physis der Mitarbeiter geachtet. Hierzu waren meist erst einmal Investitionen notwendig (bspw. ergonomische Arbeitsplätze oder Immissionsschutz). Psychische Belastungen können jedoch durch gute Gestaltungen ohne zusätzliche Investitionen ausgestaltet werden. Hier muss lediglich ein Umdenken stattfinden.

Quelle: BKK Dachverband e.V.

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