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02.11.2016 - dvb-aktuell

Telematik-Tarife rechnen sich nicht

Immer mehr Versicherer bieten Telematik-Tarife an – nun auch die Huk-Coburg und Allianz. Diese richten sich meist an junge Fahrer, die bis zu 40 Prozent damit sparen können, wenn sie sich überwachen lassen. Doch meist rechnen sich nicht die Tarife. Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter bringt hier wohl mehr Einsparung.

Immer mehr Versicherer bieten Telematik-Tarife an – nun auch die Huk-Coburg und Allianz. Diese richten sich meist an junge Fahrer, die bis zu 40 Prozent damit sparen können, wenn sie sich überwachen lassen. Doch meist rechnen sich nicht die Tarife. Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter bringt hier wohl mehr Einsparung.

Aktuell sind neun Versicherer mit Telematik-Tarifen am Start. Die Fahrweise der Versicherten wird elektronisch überwacht und wer vorsichtig fährt, wird belohnt. Dabei sind Rabatte von bis zu 40 Prozent drin, wie die Anbieter derzeit bewerben. Dabei ist jedoch unklar und je nach Anbieter unterschiedlich wie die Parameter für die Fahrweise bewertet werden. Meist zählen hartes Bremsen, überhöhte Geschwindigkeiten, schnelles Beschleunigen und häufige Nacht- und Innenstadtfahrten zu den Negativ-Faktoren.

Telematik-Anbieter bieten jedoch nicht nur Rabatte, sondern sind meist auch noch vergleichsweise teuer. Die Telematik-Tarife richten sich vor allem an junge Fahrer mit wenig Fahrpraxis. Diese Fahrergruppe baut statistisch gesehen häufig Unfälle und Anbieter können hier durch die Überwachung den Fahrstil des jeweiligen Fahrers analysieren. Es ist deshalb schwer zu sagen, ob die jungen Versicherten überhaupt von Rabatten profitieren. Finanztip hat hier die Preise von Anbietern mit Telematik-Tarifen mit Anbietern von alternativen Tarifen verglichen. Erstaunlicherweise können Versicherte im Durchschnitt 32 Prozent sparen, wenn diese einfach zu einem günstigeren Anbieter wechseln, anstatt auf Telematik-Rabatte zu vertrauen.

Denn die Telematik-Tarife bieten nicht nur Rabatte für gute Fahrweise. Erste Anbieter bestrafen auch schlechte Fahrweisen. So haben bereits die Generali und dessen Tochter Cosmosdirekt als erste eine als schlecht eingeschätzte Fahrweise sanktioniert. Hier sind plötzlich Preisaufschläge von bis zu 30 Prozent zu befürchten. Hinzu kommt, dass diese Aufschläge oft Fahranfänger betreffen, die ohnehin schon hohe Prämien zu zahlen haben.

Ebenso ist hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz der eine oder andere gegen Telematik-Tarife. Man muss sich immer bewusst sein, dass der Versicherer jeden Weg aufzeichnet. Wo fährt man zu welcher Tageszeit hin und hält sich ggfs. wie lange dort auf? Fährt man sicher oder unsicher? Das sind schon hochsensible Daten, die auch bei einen möglichem Datenklau schnell in andere Hände gelangen können. Auch ist nicht gesagt, wie die Daten in der Zukunft verwendet werden. Kündigt ein Versicherer vielleicht bei einer schlechten Fahrweise die Police? Telematik-Tarife sollten deshalb gut überlegt sein.

Quelle: Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH

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