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„Unser Neubaukonzept passt in keine Vergleichsmaske für Makler. Individuelle Bauten passen ja schließlich auch in keine Schublade."

Henning Plagemann: Jens, ihr seid ein BiPRO-Versicherer und kennt die digitalen Spielregeln der Vergleicher im Markt. Warum tanzt euer Neubaukonzept aus der Reihe?

Jens van der Wardt: Vergleichsrechner leisten hervorragende Arbeit, wenn es darum geht, standardisierte Einzelprodukte gegenüberzustellen. Eine Wohngebäudeversicherung gegen eine andere, das funktioniert. Unser neues Konzept für Bauvorhaben bündelt aber drei Versicherungen in einer gemeinsamen Antragsstrecke: Bauleistung, Bauherrenhaftpflicht und die beitragsfreie Rohbauversicherung. Drei Produkte, ein Antrag, ein Bündelrabatt. Das lässt sich in einer klassischen Vergleichsmaske schlicht nicht abbilden.

HP: Klingt fast so, als hättet ihr ein Produkt entwickelt, das zu gut für den Vergleich ist.

„Ein Vergleicher sortiert Preise. Ein guter Makler sortiert Risiken.“

Jens van der Wardt
GEV

JvdW: So würde ich das nie formulieren. Aber ich sage es mal so: Wer nur vergleicht, was vergleichbar ist, übersieht manchmal das Beste. Der Punkt ist doch: Ein individuelles Bauvorhaben ist kein Standardrisiko. Da greifen Haftungsfragen, Sachschäden am Bau und die spätere Gebäudeabsicherung ineinander. Wer das in drei getrennten Verträgen bei womöglich drei Gesellschaften abbildet, hat drei Anträge, drei Bedingungswerke und im Schadenfall im Zweifel drei Ansprechpartner, die sich gegenseitig auf den jeweils anderen verweisen. Genau das haben wir aufgelöst: ein Produkt, eine Antragsstrecke. Das ist neu, für die Vergleichsstrecken offensichtlich zu neu, zu innovativ.

HP: Was bedeutet das konkret für die tägliche Beratungspraxis? Und wie marktgängig kann ein Konzept sein, dessen voller Umfang in den Vergleichsrechnern gar nicht abgebildet ist?

JvdW: Im GEV MaklerNet reicht eine einzige Dateneingabe für alle drei Versicherungen. Der Vermittler erfasst das Bauvorhaben einmal und erhält den kompletten Schutz aus einer Hand, optimal aufeinander abgestimmt und mit Preisvorteil durch den Bündelrabatt. Die Komplexität steckt im Bedingungswerk, nicht im Prozess. Bei einigen Vergleichern weisen wir explizit darauf hin, dass sich der volle Produktumfang direkt bei uns berechnen lässt. Wir als Spezialversicherer für Immobilien kümmern uns um die schwierigen Fragen, damit die Beratung einfach bleibt.

HP: Dann lass uns über die schwierigen Fragen reden: Was steckt drin im Paket, das für die Vergleicher zu kompliziert ist?

JvdW: Die Rohbauversicherung ist für 24 Monate beitragsfrei und deckt Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser ab. Bei Bezugsfertigkeit wandelt sie sich automatisch in unsere Protect+ Wohngebäudeversicherung um, das Gebäude ist also nahtlos weiterversichert. Die Bauherrenhaftpflicht bieten wir mit Deckungssummen bis 15 Millionen Euro an, Eigenleistungen sind bis 200.000 Euro beitragsfrei eingeschlossen, ebenso Bauhelfer und Ansprüche nach dem Umweltschadengesetz. Und in der Bauleistungsversicherung sind Photovoltaik- und Geothermieanlagen jetzt bereits in der Grunddeckung enthalten. Wer eine Bestandsimmobilie umbaut oder saniert, kann zusätzlich die Altbausubstanz per Modul absichern. Ich sage dazu gerne: je oller, je doller. Je älter die Substanz, desto wichtiger ist es, sie beim Umbau richtig abzusichern.

HP: Ihr seid Mitglied bei bessergrün. Pflanzt die GEV jetzt also für jeden Neubau einen Baum?

JvdW: Wer das optionale Pro Klima Modul wählt, sorgt dafür, dass nach Fertigstellung des Gebäudes gemeinsam mit unserem Kooperationspartner bessergrün ein Baum in Deutschland gepflanzt wird. Und schon während der Bauphase umfasst das Modul einen Umweltausgleich im Schadenfall. Konsequent zu Ende gedacht: Wer heute baut, denkt Nachhaltigkeit ohnehin mit.

HP: Wird es vertrieblich ein Erfolgsrezept, am Vergleicher vorbei mehrere Produkte zu einem Paket zu schnüren?

JvdW: Ich bin ganz zuversichtlich. Unser sehr erfolgreiches Ferienhauskonzept war tatsächlich die Blaupause. Darin haben wir Wohngebäude- und Hausratversicherung zu einem Paket speziell für Ferienimmobilien kombiniert, mit Bausteinen wie Elementar, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder Photovoltaik-Zusatzschutz. Das Konzept ist mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden und hat sich im Maklermarkt zu einem echten Selbstläufer entwickelt. Die Rückmeldung der Vermittler war eindeutig: Bündelt mehr, macht es uns einfacher. Diese Logik haben wir jetzt auf das Bauvorhaben übertragen.

HP: Vom Ferienhaus zur Baustelle im Neubaugebiet. Was kommt als Nächstes, das Baumhaus?

JvdW: Wenn es dafür Bedarf gibt... Im Ernst: Unser Anspruch ist, den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie zu begleiten, vom ersten Spatenstich über die Nutzung bis zur Sanierung. Das Neubaukonzept schließt hier eine wichtige Lücke am Anfang dieser Kette.

HP: Wenn der Vergleicher das Konzept nicht rechnen kann, wie kommt der Vermittler dann zum Angebot?

JvdW: Einfach über das GEV MaklerNet, auch erreichbar über vermittlerbezogene Abschluss-Links, die in diversen Vergleichsrechnern und Maklerverwaltungsprogrammen hinterlegt sind. Und wer Unterstützung braucht, bekommt sie von unserem Maklervertrieb persönlich. Ich verstehe jeden Vermittler, der seine Prozesse um den Vergleicher herum organisiert hat. Aber gerade bei beratungsintensiven Themen wie einem Bauvorhaben liegt die Stärke des Maklers doch genau dort, wo Webseiten aufhören: In der Einordnung, was der Kunde wirklich braucht. Ein Vergleicher sortiert Preise. Ein guter Makler sortiert Risiken.

HP: Jens, vielen Dank für das Gespräch.