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dvb-aktuell vom 26.06.2012

Auch ausgezeichnete Pflegerenten mit Tücken

Die aktuelle Pflege-Diskussion kratzt nach Meinung des Analysehauses Morgen & Morgen noch zu sehr an der Oberfläche, wie eine neue Untersuchung von Pflegerenten zeigt. Dass Makler bei der Auswahl genauer hinschauen sollten, wird am Beispiel des Volkswohl Bundes deutlich.

Morgen & Morgen hat jetzt die Pflegerententarife 2012 bewertet. Ergebnis: Von 56 Tarifen, die nach 39 Leistungsfragen bewertet wurden,  erreichten 24 die Bestbewertung von fünf Sternen, 17 Tarife erhielten vier Sterne. Lediglich vier Tarife wurden mit nur einem oder zwei Sternen bewertet, schnitten also schwach (Inter  Pflegerente Basis) oder sehr schwach ab (Ergo PflegeRente PRHL; Ergo PflegeRente PRHZ; Uelzener PflegeRente).

Kürzlich hatte Morgen & Morgen erstmals auch ein Pflegetagegeld-Rating der privaten Krankenversicherer erstellt (siehe früherer Artikel). Im Vergleich dominieren noch die Leistungen der Pflegerente der Lebensversicherer, bei denen diesmal nur fünf Sterne möglich waren, wenn Leistungen in allen drei Pflegestufen möglich sind.

Härtere Rating-Regeln bei Pflegerenten

Eine echte Vergleichbarkeit zwischen Tagegeld und Pflegerente ist aber noch nicht gegeben. In Zukunft müssten sich die Leistungen der privaten Pflegetagegeld-Tarife deutlich von denen der GKV abheben, kritisiert Stephan Schinnenburg. Bei der Leistung hat die Pflegerente im Moment noch deutlich die Nase vorn, resümiert der Geschäftsführer von Morgen & Morgen.

Pflegerententarife sieht der Rating-Experte grundsätzlich im Vorteil. Sie beziehen sich fast alle – im Gegensatz zu den Pflegetagegeldern – auf zwei Zahlungs-Grundlagen: auf das SGB (Sozialgesetzbuch) sowie auf einen definierten ADL-Katalog (Activities of daily living). Hierbei gilt die für den Kunden vorteilhaftere Grundlage. Weiterer Vorteil: Anders als beim Tagegeld kommt es nicht zu Beitragsanpassungen. Zudem wird in der Regel bei Demenz geleistet, auch wenn sonst keine Pflegebedürftigkeit vorliegt. „So sind die Pflegerenten zwar um einiges teurer als Pflegetagegeld, bieten aber den besseren Schutz bei langfristig stabilen Beiträgen“, so Schinnenburg.

Unterschiedliche Beitragsdauer auch bei Top-Anbietern

Von Nachteilen ist im jüngsten Pflegerenten-Rating nur indirekt die Rede. In der Tabelle der Top-Anbieter zeigt sich für einen Beispielfall: Ein Einzelhandelskaufmann, der mit 50 den Vertrag abschließt, muss bei allen Top-Anbietern mindestens 35 Jahre oder gar lebenslang Beitrag bezahlen, so lange er nicht zum Pflegefall wird. Im Pflegefall entfällt die weitere Beitragszahlung.  

Trotz lebenslanger Beitragszahlung und damit eigentlich teurerem Preis sind gleich drei Versicherer unter den „Top“-Anbietern mit günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis plaziert: Ideal, WWK und Volkswohl Bund. Letzterer wirbt in einer eigenen Meldung damit, dass die bisherige „PflegeVorsorge“ ab sofort im neuen Tarif „Flexibel“ ein „ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis“ bietet. Kein Wort davon, dass die lebenslange Beitragszahlung bleibt. Allerdings sei dies keine Pflicht, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage. „Der Kunde kann auch eine abgekürzte Beitragszahlung bis maximal 85 oder Einmalbeiträge vereinbaren.“  

Volkswohl Bund kalkuliert neu und trifft Bestandskunden

Dabei ist der Schutz beim Volkswohl Bund jetzt deutlich verbilligt worden. „Eine neue Kalkulation macht die PflegeVorsorge bis zu 30 Prozent günstiger“, erklärt Produktmanagerin Jennifer Klösel, und ergänzt: „Damit gehören wir nicht nur in Bezug auf die Leistung, sondern auch was die Prämien betrifft, zu den besten Pflegerenten-Anbietern am Markt.“

Wie diese Kalkulation zustande kommt, erklärte das Unternehmen auf Nachfrage: „Wir haben das Bonussystem von dynamisch in teildynamisch umgestaltet“, so die Sprecherin. Ein Teil des Zinsüberschusses werde wie üblich verwendet, der andere Teil in eine zusätzliche Rente im Pflegefall umgerechnet. Dennoch: Bestandskunden könnten sich übervorteilt vorkommen und ihren Makler zur Rede stellen. 


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