dvb-aktuell

13.06.2012 - dvb-aktuell

Weiter Wirbel um Pool-Liste der Ideal

Die Ideal Versicherung hat ihre Ankündigung wahr gemacht und eine Liste ins Internet gestellt, aus der hervorgeht, mit welchen Pools sie weiterhin kooperiert. Sogar einer von den Guten fühlt sich da fehl am Platze und findet sich prompt bei den Schlechten wieder.

Pools haben deutliche und offensichtliche Defizite in Transparenzfragen, kritisiert Rainer M. Jacobus. Der Ideal-Vorstandsvorsitzende will um jeden Preis verhindern, dass „Schmuddelvertreter über den Umweg des Pools zu uns kommen.“ Daher arbeitet die auf Senioren spezialisierte Gesellschaft schon seit April nur noch mit ausgewählten Pools zusammen (siehe früherer Artikel).

Die Liste wird seit Anfang April im Internet veröffentlicht und ständig aktualisiert. Nachdem zunächst nur neun Pools und Verbünde gelistet waren, sind es inzwischen doppelt so viele (Stand: 7. Juni 2012). Zuletzt kamen drei Pools neu hinzu: Amex, Assekuranzkonzept und Germanbroker.net.

Liste mit guten und schlechten Pools in der Kritik

Dagegen hat die Ideal ihre Zusammenarbeit mit fünf Pools beendet: DMU Deutsche Makler Union, Fondsfinanz Maklerservice, Jung, DMS & Cie., Maxpool sowie Nies Maklerkonzepte 24. Zunächst stand auch ASC Assekuranz-Service-Center auf der Streichliste. Spannend ist insbesondere der Fall Maxpool, denn dieser Verbund stand ursprünglich auf der Liste der Pools, mit denen die Ideal ihre Gespräche bereits erfolgreich abgeschlossen habe und nachhaltiger weiter kooperieren will.

Maxpool distanzierte sich von dieser Auswertung. „Solche Gespräche hat es nie gegeben“, ließ Maxpool-Geschäftsführer Oliver Drewes schon Mitte April wissen. Die Ideal sei ein Nischenanbieter für Seniorenprodukte und „zählt eindeutig nicht zu den von uns primär empfohlenen Partnern“, so Drewes weiter. Maxpool hält die Qualitätsansprüche der Ideal für so fraglich, dass es der Firma widerstrebt, „dort irgendwo gelistet zu sein.

Vermittler stärken in den Blick nehmen

Maxpool will sich daher zusammen mit anderen „guten Pools“ auf neu überarbeitete und sinnvolle Qualitätsmerkmale verständigen und eine eigene Transparenzoffensive betreiben. Dabei sollen auch die Vermittler einbezogen werden, an denen die Ideal-Initiative vorbei ging, meint Drewes.

Inzwischen hat die Ideal die Maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister auf deren Wunsch hin von der Liste der „guten Pools“ gestrichen. Nun taucht die Firma auf der Liste der „schlechten Pools“ auf, mit denen die Ideal nach eigener Aussage „nach Überprüfung unserer Anforderungskriterien die Zusammenarbeit beendet hat“. Das ist starker Tobak, denn nach genau dieser Prüfung war Maxpool für gut befunden worden. Insider vermuten eher eine Retourkutsche des Versicherers, nachdem Maxpool von der Positivliste runter wollte.

Maxpool will eigene Transparenzoffensive der Pools

„Wir sehen das Thema wir inzwischen als weitreichend erledigt an“, sagt Drewes. Man habe juristisch prüfen lassen, ob man gegen die Formulierungen dieser Negativ-Liste vorgehen könne, habe dies letztlich aber verworfen. Stattdessen sei man derzeit in Gesprächen mit mehreren Poolkollegen, um eine eigene Transparenzoffensive abzustimmen. Dabei gehe es um konkrete Fragen und Antworten der Pools, so dass „der Vermittler fundierte Informationen besitzt und so selber entscheiden kann, mit wem er arbeiten möchte“, erklärt Drewes. Erste Ergebnisse gebe es in Kürze. 

Die Ideal hatte ein Anschreiben an alle Pools gerichtet und an Hand der Antworten entschieden, mit wem man weiter zusammenarbeitet (siehe früherer Artikel). Die Fragen gingen per Checkliste für Pools und wirtschaftliche Vereinigungen heraus. Die Checkliste war bei einigen Pools auf Kritik gestoßen.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ab 1. Juli 2012 will die Ideal die Zahl der „Preferred Partner“ auf zehn zu reduzieren, ab 1. Januar 2013 sollen nur noch sieben Pools übrig bleiben. 

Kommentar verfassen:

Die Redaktion liest alle Kommentare sorgfältig und beachtet sie, auch wenn nicht jeder einzelne beantwortet wird. Anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden. Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Die Redaktion behält sich vor, vor Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Für veröffentlichte Kommentare gewährt der Leser der dvb das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu veröffentlichen, zu bearbeiten und zu verbreiten. Der veröffentlichte Kommentar gibt ausschließlich die persönliche Auffassung des Verfassers wieder.

Mit * markierte Textfelder müssen ausgefüllt werden.