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12.11.2019 - dvb-aktuell

Jubiläum: 50 Jahre Maklerkommunikation und Datenaustausch

Datenaustausch und BiPRO-Prozesse zwischen Versicherer und Makler sind heute ein Dauerthema und halten nicht nur die MVP-Hersteller und Versicherer auf Trab. In Hamburg gab es jetzt Anlass, auf die Anfänge der Kommunikation der Daten zurück zu blicken: Der Pionier des Maklerdatensatzes feierte am 11.11. (um 11 Uhr) sein 50jähriges Bestehen zusammen mit Kunden, Versicherern und natürlich seinen Mitarbeitern.

Das Schlagwort "Digitalisierung" hat sich mittlerweile abgenutzt, heute spricht man lieber von der Automatisierung. Aber es war eine echte Digitalisierung, die vor 50 Jahren mit der Gründung der VDV GmbH (Versicherungs-Daten-Verarbeitung) in Hamburg begann: Der Datenaustausch zwischen Versicherer und Makler mit Hilfe von Computern. Gewischt wurde damals nur der Fußboden, nicht aber auf dem Bildschirm, denn den gab es noch gar nicht. Erfasst wurden die Kunden- und Vertragsdaten per Lochkarten auf einem System mit 16KB Speicher rund um die Uhr im 3-Schicht-Betrieb, bei dem jeder Versicherer im rotierenden Verfahren auch einmal die Tagesschicht zugewiesen bekam.

Der geschäftsführende Präsident der BiPRO, Frank Schrills, richtete ein Grußwort an den Geschäftsführer der VDV GmbH und Mitbegründer der BiPRO, Dr. Manuel Reimer. Er glaubte sich noch an das Gründungsjahr 1969 zu erinnern, ganz sicher jedoch an den damaligen Deutschen Meister im Fußball und die Mondlandung. Die folgenden Grußbotschaften von Frank Lamsfuß (Vorstand Barmenia Versicherungen) und Kai Kuklinski (Vorstand AXA Konzern) bezogen sich eher auf die jüngere Vergangenheit. Aber in zwei Punkten waren sich alle einig: Gerade in Zeiten der Startup-Gründungen sind 50jährige Unternehmensjubiläen von IT-Unternehmen sehr selten und in der Versicherungs-IT eher einzigartig. Und der 11.11. ist für alle Rheinländer ein perfekter Tag für einen Ausflug nach Hamburg.

In dem historischen Ambiente der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg wurde Zeitgeschichte der ersten Computersysteme noch einmal lebendig. Die damaligen Neuanschaffungen waren nicht nur teuer, sondern vor allem auch groß: "Zum Glück hatten wir die Vertragsklausel 'Anlieferung ins Rechenzentrum' in den Verträgen stehen, somit musste IBM den Hochkran zur Anlieferung durch das Dach des schon damals denkmalgeschützten Gebäudes bezahlen.", erinnert sich Dr. Reimer. Er stieg nach seinem Informatikstudium in das väterliche Unternehmen ein, welches in Projektarbeit mit dem GDV den berühmt (berüchtigten) GDV-Datensatz mitentwickelt hat. Später bewies Dr. Reimer unternehmerische Weitsicht, sich aktiv in die weitere Standardisierung der Branche einzubringen und war als 'Datenpapst' der treibende Gründungsvater der heutigen BiPRO-Normen.

"Auch wenn Makler und Versicherer über die gleichen Daten verfügen, heißt es nicht, dass beide die gleichen Informationen haben.“ lenkte Frank Lamsfuß den Blick auf die Weiterentwicklung des Datenaustauschs und BiPRO-Prozesse. Gerade das wird heute in den Tagen des Kfz-Wechselgeschäfts so mancher Makler unterschreiben, aber gerade in den schnellen Zeiten der technischen Innovation ist es vielleicht einmal angebracht, in Demut auf den langen Weg der Datenversorgung des Maklers zurückzublicken - und die begann eben 1969 in Hamburg.

Das historische Gebäude in der Hamburger Innenstadt hat die VDV GmbH mittlerweile verlassen und ist räumlich und unternehmerisch unter das Dach der Netfonds AG gezogen. „Wir sind stolz auf dieses geschichtsträchtige Unternehmen in unserem Team und werden gemeinsam daran arbeiten, auch in Zukunft für Innovationen aus Hamburg zu sorgen“, blickte Versicherungsvorstand Oliver Kieper von Netfonds in die Zukunft.

Für den ‚Datenpapst‘ gibt es noch einiges zu tun, so arbeitet er neben seinem Engagement für die BiPRO seit längerem auch an der europäischen Standardisierung mit.

 

Henning Plagemann

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